Die Sonderpädagogin
Angelika Fuchs unterrichtet in einer Grundschul-Inklusionsklasse in Hamburg. Sie ist ausgebildet im Aufbau von Eigensteuerung und Lernstrategien nach dem IntaActPlus-Konzept (IAP). Grob vereinfacht kann man sagen, dass das IAP darauf baut, dass sich „jeder gern als kompetent erlebt“. Soll heißen, wer Fortschritte machen darf, bleibt gern bei der Sache.
Wer Angelika Fuchs in der Schule begleitet, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Fuchs wird nie laut, ihre Schüler sitzen gerade, blicken aufmerksam nach vorn, arbeiten ausdauernd mit.
Angelika Fuchs hat auch für Eltern einen Rat: mehr loben! Und zwar sollte vor allem die Anstrengungsbereitschaft, etwas lernen zu wollen, positiv vermerkt werden: „Hast du gemerkt, wie lange du es heute geschafft hast, ruhig am Tisch zu sitzen? Einfach toll!“
Bei Kindern, die sich nicht gut konzentrieren können, gilt: „Viele Pausen machen, aber die anfangs womöglich nur wenigen Minuten der Arbeit intensiv bei der Sache bleiben.“ Mütter und Väter, die beim Lernen helfen, sind gut beraten, anfangs besonders auf die Konzentration des Kindes zu achten. Lässt sie nach, hilft ein „Achtung, konzentrier dich bitte wieder“.

Ob junge Fluglosten oder Schüler – Konzentration steigert man, indem man nach und nach das entsprechende Zeitfenster aufzieht. Schlecht für die Konzentration: zu schwierige Aufgaben, zu schneller Aufgabenwechsel, ungeduldige Erwachsene, die zu schnell sprechen. Kinder müssen in Ruhe etwas zu Ende lernen dürfen, sagt Fuchs. Und sie brauchen die Gewissheit: „Fehler sind erlaubt. Ich muss nicht perfekt sein.“