Für viele Erwachsene bedeutet Wandern diszipliniertes Gehen, Einteilen der Kräfte, Erreichen eines Zieles. Kinder finden das meistens nicht so spannend, obwohl sie Abenteuer und Entdeckungen in der freien Natur lieben. Kinder wandern nicht, sie klettern über Felsen, waten durch Bäche und erkunden Wälder. Hinter jeder Abzweigung wartet ein neues Abenteuer. Sie messen sich an ganz anderen Herausforderungen als ihre Eltern, lassen sich von kleinen Entdeckungen am Wegesrand verzaubern und toben sich im Grünen aus.
Damit alle Beteiligten Spaß am Ausflug in die Natur haben, sollte man die unterschiedlichen Ansprüche an eine gelungene Wanderung berücksichtigen. Denn allzu weit liegen die Vorstellungen ja meist nicht auseinander. Die einen genießen das Plätschern einer Quelle, den gleichmäßigen Trott und den atemberaubenden Blick in die Täler; die anderen freuen sich über eine herzhafte Brotzeit, das Pfeifen der Murmeltiere und einen Eintrag ins Gipfelbuch.
Das Wandern mit Kindern zur Erlebnisreise machen
Wenn sie verhindern wollen, dass ihre Kinder alle paar Meter fragen: „Wann sind wir endlich da?“, sollten Eltern das Wandern mit Kindern daher zur Erlebnisreise machen. Mit etwas Einfallsreichtum und Initiative kommt genug Abwechslung ins Spiel und hält den Nachwuchs bei Laune. Gut eignen sich kleine Aufgaben und Herausforderungen: Wer entdeckt das erste Wildtier? Wer findet auf Anhieb die richtige Abzweigung? Und wer balanciert am besten? Wettkämpfe machen aus gelangweilten Nachzüglern rasch hoch motivierte Wanderer, die ganz vergessen haben, dass sie lange Märsche eigentlich total langweilig finden.
Hier sind zehn Tipps, damit beim Wandern mit Kindern garantiert keine Langeweile aufkommt:
Die Ausrüstung sollte allerdings stimmen, denn ungeeignete Kleidung und schlechte Schuhe verderben kleinen wie großen Abenteurern den Spaß. Es muss nicht die allerneueste Hightech-Ausstattung sein, aber solide Wanderprodukte sind umfunktionierter Alltagsbekleidung auf jeden Fall vorzuziehen, selbst dann, wenn die Kinder noch im Wachstum sind. Gerade beim Wandern sind die Kosten der Ausrüstung durchaus überschaubar.
750 Höhenmeter und vier Stunden Wanderzeit sind für Grundschüler die Obergrenze. Mehr führt zu Frust und Überforderung
Wichtig ist außerdem, dass die Strecke dem Alter angemessen ist und mindestens stündliche Pausen dafür sorgen, dass die Jüngeren bei der Stange bleiben. Für Grundschüler sind vier Stunden Wandern mit höchstens 750 Höhenmetern die Obergrenze; Kinder bis 13 Jahre schaffen mit etwas Training meist bis zu sechs Stunden und 1 000 Höhenmeter; ältere Jugendliche können je nach Kondition und Kraft auch schon wie Erwachsene wandern.
An Gelegenheiten und Möglichkeiten zum Wandern mangelt es jedenfalls nicht: In ganz Deutschland finden aktive Familien gut dokumentierte und kindgerechte Wege, die oft sogar mit besonderen Attraktionen aufwarten, von spannenden Tierbegegnungen über Themen- und Erlebniswege bis hin zu alpinen Sommerrodelbahnen und Klettergärten. Gerade eine solche Attraktion zum Schluss kann Kinder beim Wandern über Durchhänger hinweg helfen.
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